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Bild: Blick über den Rehberg zum Hoherodskopf.
Der Vogelsberg liegt zentral in Deutschland in der Mitte des Bundeslandes Hessen. Die großen Verkehrsadern führen an seinem Rand entlang, seien es die Autobahnen oder die Fernverbindungen der Bahn. – Und das ist gut so! Denn zwischen diesen Strecken wird die Region als Ruheinsel bewahrt. Für den Vogelsberg bedeutet das keinesfalls Isolierung, da entsprechende Anschlussstellen über gut ausgebaute Bundesstraßen schnell zu erreichen sind. Diese Lage hat zur Folge, dass immer mehr kreativ tätige Personen aus den Ballungsgebieten in die Bergregion umsiedeln. Hierzu gehören Designer, Grafiker, Texter und Professoren aber auch Übersetzer, Schriftsteller, Maler, Bildhauer und Musiker. Oft erwerben sie ältere Fachwerkgebäude, die sie mit viel Liebe restaurieren. - Viele Urlaubsgäste und Tagesbesucher schätzen die Kombination von Ruhe und zentraler Lage ebenso. Doch das kann nicht alles sein. Was ist es also, was den Reiz des Vogelsbergs ausmacht?

Bild: Im Wald versteckt - die wundersamen Geotope des Vogelsbergs.
Der Vogelsberg ist kein Vulkan. Er ist ein Vulkangebiet. Vor mehr als 13 Millionen Jahren wurde hier aus hunderten Schloten und einer großen Anzahl Spalten Lava nach oben gefördert, die über einer Fläche von 2.400 qkm zum größten Basaltmassiv in Mitteleuropa erstarrte. Das sind immerhin 11,4 % der Fläche des Bundeslandes Hessen. Verwitterung und Erosion haben in der Folgezeit die ursprüngliche Höhe von über 1.000 m auf das heutige Niveau abgetragen und von der Basaltmasse noch etwa 5 Milliarden cbm übrig gelassen. Teils bizarre Felsformationen wurden heraus gewaschen und die heutige abwechslungsreiche Landschaft aus Bergen, Kuppen und Taleinschnitten entstand.
Der Vogelsberg ist kein Berg, wie man vielleicht vom Namen her folgern könnte. Er ist ein Gebirge, eines der deutschen Mittelgebirge. Prägender Bestandteil des „Hohen Vogelsbergs“ sind ausgedehnte Wälder. Dieser Bereich wird umschlossen vom „Niederen Vogelsberg“, einer charakteristischen Heckenlandschaft. Der Übergang ist fließend: Wälder, Wiesen und Felder gehen ineinander über, wobei mit abnehmender Höhe der Waldanteil geringer wird und im unteren Bereich der Anteil der Felder zu Lasten der Wiesen zunimmt. Gerade mit diesem „Ineinanderübergehen“ wurde hier eine einzigartige Landschaft geformt, die einer natürlichen „Parklandschaft“ gleicht.

Bild: Gleicht einer natürlichen Parklandschaft - das obere Niddertal.
Die Besiedlung und Erschließung des Vogelsbergs begann zwischen dem vierten und dem 14. Jahrhundert. Aus diesen Anfängen entwickelten sich am Fuß des Gebirges die heutigen Kleinstädte und in höheren Lagen kleinere Dörfer. Das Gebiet oberhalb der 600 m Höhenlinie, der „Oberwald“, war immer unbesiedelt und ist es mit Ausnahme der Ausflugslokale noch heute.
In dieser Landschaft wurde vor 50 Jahren der „Naturpark Hoher Vogelsberg“ als erster Naturpark in Hessen und ältester seiner Art in Deutschland gegründet. Naturschutzgebiete wurden ausgewiesen, Schutzhütten, Grillplätze, Parkplätze, Liegewiesen, der „Vogelsberggarten“ auf dem Schloss- berg in Ulrichstein und das Informationszentrum auf dem Hoherodskopf eingerichtet. Mehr als 3.000 km Wanderwege durchziehen inzwischen das Gebiet, davon einige von über- regionaler Bedeutung, wie die „Bonifatiusroute“ von Mainz nach Fulda, der „Jakobsweg“ (Europaweg 3) vom Atlantik zum Böhmerwald und der „Vulkanring Vogelsberg“ auf einer Strecke von 129 km bergauf und bergab rund um den Vulkan. Hinzu kommt ein ausgedehntes Radwegenetz. Highlights sind der „Vulkanradweg“, der an der Stadtgrenze Frankfurts beginnt und auf der ehemaligen Bahntrasse über die Höhen des Vogelsbergs in das Schlitzerland führt, und der „Südbahnradweg“, der von Wächters- bach ausgehend im Hohen Vogelsberg an den Vulkanradweg anbindet. Übrigens: Wer nicht zur Höhe hin „strampeln“ möchte, kann sich an Wochenenden mit dem „Vogelsberger Vulkan-Express“ auf sechs Buslinien einschließlich Fahrrad nach oben bringen lassen und von dort gemütlich nach unten „rollen“. Wer sich näher mit dem Vogelsberg beschäftigen möchte, dem zeigen die „Naturparkführer“ des Naturparks zu Fuß oder per Rad Land und Landschaft, erläutern Geschichte und Brauchtum, erzählen Sagen und Mythen, erklären Flora und Geotope des Gebirges.

Bild: Naturparkführer erläutern den Vogelsberg.
Die Vogelsberger feiern gerne – nicht nur im kleinen Kreis mit gutem Essen und Trinken bei gepflegter Gastlichkeit. In jeder Stadt und fast jeder Gemeinde werden größere und kleinere Märkte und Feste ausgerichtet. Einige hiervon haben sich zu speziellen Events entwickelt: Die Bewohner öffnen ihre Scheunen und Gärten. Künstler und Kunsthandwerker präsentieren dort ihre Bilder bzw. Objekte, Schriftsteller lesen aus ihren Werken, Sänger und Musiker runden das Ereignis ab.
Im Vogelsberg lässt sich's gut leben! Und so kommt es nicht von ungefähr, dass viele kreative Kräfte ein neues Domizil in der Region suchen und finden, und immer mehr Gäste das Gebirge als Urlaubsziel auswählen. Wenn die Vogelsberger dann noch behaupten „Wo wir sind, da ist oben!“, kann man dieser Aussage in vielerlei Hinsicht zustimmen – nicht nur in Bezug auf den Vulkan und das Gebirge.
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